Frankfurter Flughafen, August 2018

Zum zweiten Mal hat am 6. August die ver.di Tarifkommission mit der Geschäftsleitung der WISAG Station Frankfurt beraten. Der Grund dafür ist, dass WISAG den Acciona Tarifvertrag anerkannt hat. In diesem haben wir im März 2017 verhandelt, dass nach der Konzessionsentscheidung ver.di das Recht hat, drei Themen zu verhandeln:

- Überarbeitung der Tabellenstruktur
- Eigenbeteiligung Parkplätze
- Reduzierung Leiharbeit

Hier die wichtigsten Ergebnisse der ersten Verhandlungsrunde:

1.Jahresarbeitszeitkonto mit veränderten Arbeitszeitmodellen.
Der Arbeitgeber möchte eine Vereinbarung zu einem Jahresarbeitszeitkonto sowie veränderte Arbeitszeitmodelle. Entweder durch eine Öffnungsklausel für die Betriebsparteien oder eine Regelung auf Tarifebene.
ver.di: Wir lehnen die Einführung eines Arbeitszeitkontos ab.

2.Umwandlung Zahlung Urlaubs- und Weihnachtsgeld
Urlaubs – und Weihnachtsgeld soll anteilig auf den Stundenlohn umgelegt werden.
ver.di: Wir können uns das vorstellen, weil dann durch erhöhte Stundenlöhne auch höhere Zuschläge gezahlt werden.

3.Urlaubsregularien
Der Arbeitgeber stellt die 2 Tage Sonderurlaub infrage und schlagen Urlaubsquoten vor, um den Urlaub im Sommerflugplan zu reduzieren.
ver.di: Das ist mit uns nicht zu machen.

Was fordern wir als ver.di Tarifkommission?

1.Tabellenstruktur verbessern
Wir wollen,

-dass die im Jahre 2014 erfolge Stufenkappung bei Stufe 6 für
alle, die nach diesem Zeitpunkt eingestellt worden sind,
rückgängig gemacht werden soll. Alle sollen mind. 8 Stufen
bekommen.

-die Hereinnahme bisher fehlenden Berufsbezeichnungen und Tätigkeiten und die dazugehörige Eingruppierung. Beispiele: Kleiderkammer, Ticketing.

-eine Anpassung/Erhöhung der Eingruppierung einiger Berufsgruppen an vergleichbare Tätigkeiten wegen aktuelle mangelnder gleicher Bezahlung bei gleichwertigen Tätigkeiten. Hier wollen wir die Regelungen verbessern, die am ungerechtesten sind.

-die Einführung neuer Erfahrungsstufen in die Tabellenstruktur.

Der Arbeitgeber sagt dazu: Er gibt uns eine Rückmeldung, aber er will keinen Pfennig mehr ausgeben. Es darf also alles nichts kosten.

2. Kostenlose Parkplätze für alle Beschäftigten
Wir wollen die Rückkehr zu der Regelung von vor 2010: kostenlose Parkplätze für alle ver.di Mitglieder.
Der Arbeitgeber sagt dazu: Er will, dass alle 15 Euro zahlen, also auch die, die bisher umsonst parken.

3. Leiharbeitnehmerquote.
Hier wollen wir eine Reduzierung der Quote. Weg von der Zweiklassen- Gesellschaft.
Der Arbeitgeber sagt dazu: Hier bekommen wir eine Rückmeldung bei der nächsten Verhandlungsrunde.

4. Bezahlte Deutschkurse für alle, die dringend Deutsch lernen müssen, um ihre Arbeit sicher und korrekt ausführen zu können.
Diese Deutschkurse sollen während der Arbeitszeit stattfinden. Unser Ziel ist, dass niemand gekündigt oder bestraft wird, der nicht genügend Deutsch kann, sondern dass WISAG hier Verantwortung für die Integration und die Sicherheit übernimmt.
Der Arbeitgeber sagt dazu: Hier bekommen wir eine Rückmeldung bei der nächsten Verhandlungsrunde.

Wie geht es jetzt weiter?

Wie ihr seht, gehen die Meinungen sehr weit auseinander.

Wir haben dem Arbeitgeber neue Verhandlungstermine vorgeschlagen für den 20. September, oder den 4/5. Oktober.
Sobald wir Rückmeldungen dazu haben, informieren wir alle ver.di Mitglieder!

Deshalb: Wenn wir bei WISAG Verbesserungen durchsetzen wollen, müssen wir zusammen halten. Das geht nur als starke Gemeinschaft. In ver.di.

Deine ver.di Tarifkommission
Weitere Infos: https://www.verdi-airport.de/103

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