Unter dem Motto „Damit Fliegen sicher bleibt“ beginnt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ab sofort eine bundesweite Kampagne. Ziel soll es sein, einen Branchentarifvertrag für die rund 18.000 Beschäftigten des Bodenverkehrsdienstes (BVD) an den deutschen Verkehrsflughäfen zu erreichen.

Dem ruinösen Wettbewerb um die niedrigsten Lohnkosten muss ein Ende gesetzt werden. „Wir brauchen einen bundesweiten Tarifvertrag, um Standards für existenzsichernde Arbeitsplätze, gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen und gemeinsame Qualifikationsmaßstäbe bei den Bodenverkehrsdiensten zu setzen“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle am Dienstag. Ein Tarifausschuss mit ver.di-Mitgliedern aus nahezu allen Branchenbetrieben sei bereits ins Leben gerufen worden. Zum Auftakt der Kampagne werden die Beschäftigten an den Verkehrsflughäfen im Rahmen einer Flugblattaktion informiert.

ver.di zieht damit die Konsequenzen aus den Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage unter rund 2.000 Branchenbeschäftigten, die im Sommer an den 15 Flughäfen Düsseldorf, Köln-Bonn, Hamburg, Stuttgart, Berlin, Frankfurt/Main, München, Hannover und Saarbrücken durchgeführt worden ist. Darin beklagten 83 Prozent der Befragten, dass die Arbeit in den Bodenverkehrsdiensten nicht existenzsichernd sei – eine Folge von Befristungsquoten von bis zu 40 Prozent, Leiharbeit sowie Arbeit auf Abruf. Daraus resultiert eine hohe Fluktuation unter den Beschäftigten, in deren Folge neue Kollegen oft nicht ausreichend eingearbeitet oder weiterqualifiziert würden (84 Prozent). 72 Prozent gaben an, dass Sicherheits- und Qualitätsvorgaben aufgrund des Arbeitsdrucks oft nicht eingehalten werden können und nur sieben Prozent können sich vorstellen, unter den gegebenen Bedingungen bis zum Rentenalter ihren Beruf ausüben zu können.

Ausgründungen, Marktliberalisierung und zunehmender Wettbewerb gingen eindeutig zulasten der Beschäftigten im Bodenverkehrsdienst. „Wir brauchen deshalb einen bundesweiten Tarifvertrag, der die Arbeitsbedingungen dem Preisdruck durch die Fluggesellschaften entzieht und die Branche für die Zukunft absichert“, betonte Behle.