Die fünfte Runde der Tarifverhandlungen liegt hinter uns. Noch unter dem Eindruck der gut besuchten Betriebsversammlung vom Freitag hat der Arbeitgeber am 22. Januar 2018 einige Ideen zur Weiterentwicklung des Tarifvertrages präsentiert. Die Botschaft: Überall da, wo das LES nicht mehr richtig funktioniert, soll repariert und nachgebessert werden.

Für Cleaning und Nachtluftpost:
Bisher wird die Ausschüttung jeden Tag auf die Kollegen, die in der Schicht mitgemacht haben, gleichmäßig aufgeteilt. Da bleibt mittlerweile viel zu oft nicht genug übrig.
Der Vorschlag des Arbeitgebers ist, die tägliche Ausschüttung beispielsweise durch maximal zehn zu teilen. Auch wenn mehr als zehn Leute in der Schicht sind, bekommt jeder von ihnen so viel von der Ausschüttung, als wenn nur zehn dabei wären. Arbeiten tatsächlich mal weniger als zehn, wird wie bisher LES bezahlt.
Wir sagen: Ein brauchbarer Ansatz. Aber wir wollen genau nachrechnen, ob der Teiler bei zehn liegen soll – oder niedriger. Im Zweifel für jeden Wochentag extra. Und wir brauchen Regeln, wie entschieden wird, daß der Teiler angepaßt wird (wenn die Arbeitsmenge sich ändert).

Für den BVD:
Wir haben uns die täglichen Ausschüttungsbeträge für die letzten zwölf Monate angeschaut. Selbst im BVD gibt es in jedem Monat Tage, an denen der LES niedriger ist als der Stundenlohn.
Der Vorschlag des Arbeitgebers ist, für die Schichten am Samstag abend und am Sonntag früh, jedem Beschäftigten zusätzlich 20 € auszuschütten, weil diese Schichten sehr häufig zu wenig einbringen.
Wir sagen: Wir wollen genau nachrechnen, ob diese 20 € ausreichen. Und natürlich soll es den Ausgleich auch geben, wenn an einem anderen Tag der LES zu niedrig ist.

Für den Bereich DHL:
Der Arbeitgeber sieht, daß sich hier etwas ändern muß, hat aber auch keine zündende Idee.
Der Vorschlag des Arbeitgebers ist, daß sich die Gewerkschaften Gedanken machen, was zu tun ist. Er will dann bei DHL mit diesen Ideen im Kopf nachverhandeln.
Wir sagen, ein Ausgleich zwischen den Schichten muß her. Niemand soll darauf angewiesen sein, von 19 bis 08 Uhr zu arbeiten, um vernünftig zu verdienen. Und für diejenigen, die wirklich morgens und abends gebraucht werden, brauchen wir eine zusätzliche Entlastung.

Die Tarifkommission hat entschieden, daß sie diese Vorschläge mit allen Mitgliedern gemeinsam beraten möchte. Die nächste Verhandlungsrunde ist noch vier Wochen hin – und diese Zeit wollen wir nutzen, um mit Euch zu sprechen.
Eins ist klar: In diesen Tarifverhandlungen geht es darum,

- daß Euer Lohn steigt. Dafür wird der LES erhöht.
- daß der Lohn stabiler wird. Dafür soll der Tabellenlohn erhöht und ausdifferenziert werden.
- daß Ihr einen Ausgleich für starke Belastungen bekommt. Dafür sollen Urlaub und Zuschläge wachsen.

Über vieles davon haben wir mit dem Arbeitgeber schon gesprochen. Am Ende wird es ein Gesamtpaket geben, mit all dem darin. Und mit guten Lösungen für die Fälle, in denen der LES nicht mehr hinhaut. Damit es die richtigen Lösungen werden, brauchen wir Dich. Mich Dich ein. Sag Deine Meinung. Und komm in die Gewerkschaft.

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