Stuttgart, November 2018

Lieber Kollege bei L.A.S. (Losch) in Stuttgart,

bei den Tarifverhandlungen für Entgelt- und Manteltarifvertrag bei L.A.S. sind wir endlich einen Schritt weiter. Einen kleinen Schritt. In den ersten zwei Runden hat der Arbeitgeber unsere Forde-rungen als abwegig abgelehnt, aber kein eigenes konkretes Verhandlungsangebot formuliert. Nach der Sommerpause kam aber die erste Bewegung. Im September hat sich die Tarifkommission mit den Ideen des Arbeitgebers beschäftigt. Und hat sie in der Verhandlung am 11. Oktober deutlich genau hinterfragt. Hier ist das Ergebnis:

- Das Leistungsentgeltsystem (LES) will der Arbeitgeber erstmal unbedingt behalten. Er sagt: Das garantiert Produktivität (auf Deutsch: ohne das LES würdet Ihr schlechter arbeiten). Er ist aber bereit, das LES mittelfristig durch auskömmliche Stundenlöhne zu ersetzen. Wie der Weg dahin aussehen soll, sagt er nicht.
Wir sagen: Wenn das LES weiterbesteht, soll er tagesgenau abgerechnet werden. Wir wollen nicht mehr, daß die guten Tage im LES die schlechten mitfinanzieren.

- Der BVD-Stundenlohn soll nicht höher sein als bei der SAG, sagt der Arbeitgeber. Das heißt
L.A.S. aktuell SAG 1. Jahr SAG 2. Jahr SAG 3. Jahr
10,88 € / h 12,24 € / h 12,44 € / h 12,75 € / h
Wir sagen: Dann kann unser Tarifvertrag nur so lange laufen, wie der bei der SAG. 2019 wollen wir dann über unsere Löhne mitverhandeln können.

- Zur Entgeltstruktur bei NLP/DHL und Cleaning will sich der Arbeitgeber erst im neuen Jahr äußern. Die Marktsituation sei so unübersichtlich.
Wir sagen: Das LES ist in diesem Bereich noch unzuverlässiger und unattraktiver, vor allem bei Verspätungen. Wir wollen die Zeit für eine kluge Lösung nutzen.

- Der Arbeitgeber hat ein Budget festgelegt. Das reicht für 3,5 % Erhöhung beim Leistungsentgeltsystem. Aber nicht für mehr Urlaub, mehr Zuschläge, eine höhere Sonderzahlung.

Wir wollen mehr Lohn und mehr Entlastung. Beides ist möglich.
Und beides habt Ihr Euch verdient
!

Wir lassen uns kein Budget diktieren. Wir wollen, was Euch zusteht.
Und darüber mit dem Arbeitgeber auf Augenhöhe verhandeln.


Die gemeinsame Tarifkommission von ver.di und Komba hat ihre Forderungen nachjustiert:

Geld
- Tagesgenaue Berechnung des LES statt Quersubventionierung über den ganzen Monat.
- Eine intelligente Lösung für die Entgeltberechnung im Bereich NLP/DHL/Cleaning.
Einstiegslohn über 10,50 Euro. Stufenaufstieg, z.B. nach vier Jahren mindestens 12 Euro.
- Stundenlöhne im BVD wie bei der SAG – und angemessene Erhöhung des LES.
- Fixe Sonderzahlung von mindestens 1000 € jährlich.
- Überstundenzuschläge ab der 1. Überstunde. Sonntagszuschlag 50%, Erhöhung des Feiertagszuschlags, Kombination der Zuschläge Nacht, Feiertag und Sonntag.
- Monatliche Zulage für die Reinigung der Kleidung
- Die Prämie für Einsatz aus dem Frei wird in den Tarifvertrag aufgenommen.
- Erhöhung der Beiträge des Arbeitgebers zur Altersvorsorge.
- Falls Losch in die Passage geht, wird als Einstiegslohn S-Ground-Niveau gezahlt.

Entlastung
- Grundlage des Arbeitszeitkontos soll die tägliche Arbeitszeit sein, damit niemand mehr durch Urlaub und Krankheit in Minusstunden gerät.
- Erhöhung der Urlaubstage auf mindestens 28 Tage für alle.
- Entlastung der Nachtschichtler, z.B. durch fünf zusätzliche Urlaubstage.
- Regelung der Mindestbesetzung der Schichten (bisher als Betriebsvereinbarung) – bei Unterbesetzung zusätzliche Freizeit aufs Arbeitszeitkonto.
- Keine geteilten Schichten, Zuschlag für verkürzte Schichten.

Faire Arbeit
- Gleiche Arbeit= gleicher Lohn für alle. Auch für Leiharbeitnehmer.
- Reduzierung der Leiharbeitsquote
- Eindämmung der sachgrundlosen Befristung

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