Hamburger Flughafen: Wir sind nicht Schuld am Kofferchaos

BVD Kollegen beim Oberbürgermeister Scholz zum Gespräch nach offenem Brief

Indem offenen Brief an Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz haben die Mehrzahl der Beschäftigten im BVD klargestellt „Wir sind nicht Schuld" am Kofferchaos und die Einstellung von neuem Personal gefordert. Olaf Scholz hat die ver.di-Vertrauensleute eingeladen, um aus erster Hand zu erfahren, was da am Flughafen los ist und um über mögliche Lösungen zu sprechen. Am 12. Oktober waren wir im Rathaus:


Wir haben deutlich gemacht, dass die Arbeitsbedingungen sich verbessern müssen, wenn der Flughafen langfristig mehr Personal gewinnen und auch halten will. Das kostet natürlich Geld - Geld das es angeblich nicht gibt. Aber warum gibt es kein Geld bei jährlich steigenden Passagierzahlen und steigenden Millionengewinnen?
Ein Grund ist, dass die Besitzstandskosten nicht vom Flughafen, sondern vom BVD getragen werden. Über 1 Mio. Euro müssen die BVD jährlich erwirtschaften um die Kosten der Privatisie¬rung an denen sich die Stadt und der Flughafen eine goldene Nase verdient haben (und verdienen) auch noch zu tragen.
Würde dieses Geld in Tarifverhandlungen zur Verfügung stehen, könnten bessere Löhne bezahlt, mehr Personal eingestellt, bessere Arbeitszeiten erreicht werden und vieles mehr. Die ver.di-Vertrauensleute haben drei Vorschläge gemacht, wie der Flughafen wieder zu einem attraktiven Arbeitsplatz werden kann.
1. Alle Beschäftigten im BVD kehren zurück zur FHG
2. Die FHG bzw. die Stadt Hamburg übernimmt die Besitzstandskosten
3. Der Flughafen führt einen Lader- oder Koffer-Euro ein.

Was hat der Bürgermeister dazu gesagt?


Zunächst einmal hat Herr Scholz interessiert nachgefragt:
• Warum haben Kollegen immer noch Teilzeitverträge,obwohl sie Vollzeit arbeiten wollen?
• Warum werden die Stellen befristet ausgeschrieben?
• Warum können Beschäftigte nicht schneller die VG 3 erreichen?

Diese Fragen will Scholz mit den Verantwortlichen klären. Er hat auch gesagt, dass 10,50 Euro viel zu wenig sind und dass erfindet, dass mindestens 12 Euro Einstiegslohn für den Job gezahlt werden müssen. Zu unseren Lösungsvorschlägen hat er gesagt:

• Rückkehr der BVD-Beschäftigten zur FHG
Geht nicht.
• Übernahme Besitzstandskosten durch die FHG bzw. die Stadt
Hier müsse zunächst juristisch geprüft werden, ob das wegen des Quersubventionierungsverbotes möglich ist. In einem zweiten Schritt müsste auch der zweite Gesellschafter zustimmen.
• Einführung Lader/ - Koffer - Euro
Keine Aussage

Uns ist klar, dass wir einen langen Weg vor uns haben. Wenn wir langfristig gute Arbeit im BVD erreichen wollen, dann reicht es nicht Tarifverhandlungen zu führen, wir müssen gleichzeitig auch die Ursachen für die schlechten Arbeitsbedingungen bekämpfen.

Auf unserer Vertrauensleute Klausur werden wir die nächsten Schritte besprechen. Du bist herzlich eingeladen!
Vertrauensleuteklausur BVD
Eure ver.di-Vertrauensleute im BVD
am 22. November 2017 10.00-16.00 Uhr Im ver.di Flughafenbüro

V.i.S.d.P.:
Irene Hatzidimou Fachbereich Verkehr ver.di Landesbezirk Hamburg Besenbinderhof 60 20097 Hamburg
Telefon: 040-2858-4114

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