Neue Presse Hannover über AHS

Tarifkampf Bodenpersonal. Streik in Sichtweite?

Hannover, 20. Oktober 2017

Aus Sicht der Gewerkschaft muss beim Bodenpersonal am Flughafen Hannover viel verbessert werden – derzeit herrsche Sozialdumping. Der Arbeitgeber AHS hat ein Angebot vorgelegt – doch das sei keine
Verbesserung, kritisiert Verdi. Und warnt schon mal, dass die Gangart rauer werden könnte, sollte das Angebot nicht deutlich besser werden.

Wenig Bewegung im Streit um bessere Arbeitsbedingungen für die 197 Mitarbeiter des AHS (Aviation
Handling Service) am Flughafen Hannover: Laut Gewerkschaft Verdi hat der Arbeitgeber des Bodenpersonal zwar
wie angekündigt ein Angebot vorgelegt, doch das war nicht wie erhofft: „Damit sollte nur der Ist-Zustand festgeschrieben werden – also, was es etwa teils in Arbeitsverträgen, teils in Betriebsvereinbarungen schon gibt. Das wäre keine wirkliche Verbesserung, das reicht nicht“, erklärt Verdi-Verhandlungsführer Marian-Kristoff
Drews. Aus Verdi-Sicht betreibt AHS seit Jahren „Sozialdumping“ (NP berichtete). Ginge es nach den jetzt vorgelegten AHSVorstellungen, hätten zudem „einige am Ende auch schlechter dagestanden – und das wollen wir nicht!“ Auch die anvisierte Laufzeit von vier bis fünf Jahren, wo am Ende „nicht einmal der Inflationsausgleich
erreicht werden würde“ sei nicht akzeptabel. Daher habe man das zurückgewiesen. Die AHS habe sich dabei „verständig“ gezeigt, doch „ob sie das wirklich ist, wird sich am 8. November zeigen“ – dann steht die Nächste Verhandlungsrunde an.Wirklich positiv aus Gewerkschaftssicht ist daher nach wie vor nur, dass die AHS
gewillt ist, auch für Hannover-Langenhagen einen Haustarifvertrag abzuschließen; auch in Frankfurt am Main
wird derzeit verhandelt – die beiden letzten AHS-Standorte ohne Tarifvertrag wie in Berlin, München, Köln, Düsseldorf, Hamburg und Bremen.


Drews deutet schon mal an, was im Zweifel kommen könnte: „Mal sehen, ob da was da rauskommt oder sich der Ton
verschärfen muss …“. Sprich: Bewegt sich von AHS aus nicht wirklich was, könnte das Bodenpersonal am Flughafen
Hannover sich über kurz oder lang auch des Arbeitskampfmittels „Streik“ bedienen. Wer mit dem Flugzeug reist, sieht sie: die Menschen hinter den Check-in-Schaltern, beim Boarding, an der Gepäckausgabe,am Ticket-Schalter. Sie sind das Bodenpersonal und stehen in der Regel nicht (mehr) im Dienst einer Fluggesellschaft – denn das Geschäft macht der AHS (etwa 2000 Mitarbeiter) billiger. Diese Servicefirma gehört sieben deutschen Flughäfen, größte Gesellschafter sind Hannover (29,75 Prozent) und Hamburg (27,75) – die wiederum mehrheitlich der öffentlichen Hand gehören.
Von RALPH HÜBNER

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