6. September 2017
Manche harrten stundenlang aus, bis sie endlich ihre Koffer in Empfang nehmen konnten. Mehrfach ist es in diesem Sommer bei der Gepäckrückgabe am Hamburger Flughafen zu dramatischen Wartezeiten gekommen.


Jetzt melden sich erstmals die frustrierten Be- und Entlader des Flughafens zu Wort. „Wir sind nicht Schuld am Kofferchaos“, schrieben sie nun in einem offenen Brief an Bürgermeister Olaf Scholz.

In dem Schreiben beklagen 330 Beschäftigte der Flughafen-Tochter „Groundstars“, dass sie personell unterbesetzt sind und zunehmend unter Dauerstress und Zeitdruck arbeiten müssen. „In einzelnen Schichten sind bis 30 Prozent von uns krankgeschrieben, wodurch wiederum der Druck auf diejenigen steigt, die zur Arbeit gehen. Ein Teufelskreis“, heißt es in dem Brief.

Anfang August war es besonders schlimm. Passagiere eines Ryanair-Flugs aus Italien mussten ganze drei Stunden auf ihre Koffer warten. Der Pilot einer spanischen Airline flog nach langem Warten genervt zurück nach Barcelona, ohne das das Gepäck vorher ausgeladen worden war.

Die Be- und Entlader wenden sich nun an den Bürgermeister, weil der Stadt die Mehrheit des Flughafens gehört. „Wir bitten Sie: Stellen Sie so schnell es geht mehr Personal auf. Sorgen Sie für attraktives Arbeitsbedingungen und eine bessere Entlohnung, damit neues Personal auch kommt und dauerhaft bleibt“, heißt es in dem Brief.

Etwa 200 Koffer muss das Bodenpersonal an den Maschinen ein- und ausladen und hat dafür in Extremfällen nur 30 Minuten Zeit – zu wenig nach dem jetzigen Personalschlüssel. Der Flughafen sucht händeringend nach Personal, die 870 Mitarbeiter sollen bis zum Herbst auf 900 aufgestockt werden. Und auch in die 25 Jahre alte Gepäckanlage will der Flughafen in den kommenden Jahren kräftig investieren.
– Quelle: http://www.mopo.de/28363650 ©2017

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