Hamburger Flughafen: Das sagen die Beschäftigten

Airport-Mitarbeiter klagen: "Viele von uns brechen zusammen" ver.di sieht Politik in Verantwortung

9. August 2017

Im heutigen Bericht des Hamburger Abendblatts kommen die überarbeiteten und unterbezahlten Beschäftigten des Hamburger Bodenverkehrsdienstes von der AHS und den BVD Töchtern des Flughafens zu Wort. Beide Unternehmen gehören mehrheitlich dem Flughafen Hamburg. Dieser gehört mehrheitlich dem Stadtstaat Hamburg.

https://www.abendblatt.de/article211520795/Kofferchaos-am-Airport-das-sagen-die-Beschaeftigten.html


" [...] Zu dem Vorwurf, zu niedrige Löhne zu zahlen, sagt [der Flughafen) : "Wir konkurrieren mit anderen Flughäfen europaweit und haben langfristig bestehende­ Verträge mit den Flug­gesellschaften." Diese Verträge könnten nicht einfach einseitig aufgekündigt werden. ver.di beschuldigt Hamburg Airport Diese Argumentation überzeugt Katharina Wesenick, Tarifsekretärin für Luftverkehr beim Ver.di-Bundesvorstand, nicht. "Wir fordern seit langem einen bundesweiten Branchentarifvertrag, der die einzelnen Haustarifverträge überflüssig macht und die Branche dem Preisdruck der Airlines entzieht." Doch von allen Flughäfen würde Hamburg am meisten eine rasche Lösung erschweren, die eine Existenz sichernde Bezahlung der Beschäftigten ermöglichen würde. Es wurden zwar Gespräche zu einem Branchentarifvertrag aufgenommen, aber "die Argumentation des Hamburger Flughafens, die dringend notwendige Verbesserung der Arbeitsbedingungen mit Verweis auf bestehende Verträge zu verzögern, überzeugt aber nicht". Sie würde bedeuten, den jetzigen krisenhaften Zustand auf Jahre hinaus zu zementieren. So würde das jüngste Beispiel der Tarifverhandlungen für den Bodenverkehrsdienst in Berlin vom Frühjahr 2017 zeigen, dass die Airlines bereit sind, bei entsprechendem Druck, auch bestehende Verträge nach zu verhandeln. "Hier erwarten wir von der sozialdemokratischen Regierung Hamburgs, die sich insbesondere der guten Arbeit verpflichtet, deutlich mehr Einfluss." Schließlich sei die Hansestadt als mehrheitlicher Anteilseigner in der Verantwortung."

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