[Berlin, 03.03.2017]Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat am heutigen
Freitag (3. März) die Beschäftigten der Stuttgart Ground Services
(SGS) am Stuttgarter Flughafen mit Beginn der Frühschicht um 3:30 Uhr
zu einem zweiten Warnstreik aufgerufen. Es kam dadurch zu erheblichen
Verzögerungen im Flugverkehr sowie Flugstreichungen. An den Berliner
Flughäfen droht nach einer Urabstimmung ein unbefristeter Streik, der
mit Sicherheit große Auswirkungen auf den Flugverkehr von und nach
Berlin haben wird. 98,6 Prozent sprachen sich in der Urabstimmung für
Streik aus.

Anlass sind festgefahrene Verhandlungen für die Beschäftigten bei den
Bodenverkehrsdiensten, weil die Arbeitgeber nur unzureichende
Angebote vorgelegt haben.

ver.di verhandelt aktuell an den Flughäfen Hamburg, Berlin-Tegel,
Berlin-Schönefeld, Frankfurt, Düsseldorf, Köln, Stuttgart, Leipzig
und Dresden Tarifverträge für Beschäftigte der Bodenverkehrsdienste.
Von den Verhandlungen betroffen sind die Beschäftigten privater
Dienstleister und ausgegliederter Töchter öffentlicher Flughäfen. Im
Zentrum der Verhandlungen stehen dringend notwendige
Einkommenserhöhungen. Gefordert wird eine Erhöhung um ein bis zwei
Euro pro Stunde sowie die Einführung neuer Gehaltsgruppen.

Parallel zu den aktuellen Haustarifverhandlungen hat ver.di eine
Initiative unter dem Motto "Damit Fliegen sicher bleibt" für
gemeinsame verantwortbare Standards im Bodenverkehrsdienst gestartet.
"Da die Flughäfen und privaten Anbieter von
Bodenverkehrsdienstleistungen unter enormem Preisdruck der
Fluggesellschaften stehen, fordert ver.di alle Unternehmen zum
Abschluss eines Branchentarifvertrages auf, um so die
Arbeitsbedingungen dem Preisdruck zu entziehen und die Branche für
die Zukunft abzusichern", betont ver.di-Bundesvorstandmitglied
Christine Behle. Gerade vor dem Hintergrund, dass Fliegen sicher
bleiben müsse, würde die Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen
und qualitativer Arbeit durch angemessene Einkommen große Bedeutung
auch für die Passagiere haben.

Ziel des Branchentarifvertrages sei es, zugleich eine hohe Qualität
der Dienstleistungen, auskömmliche Gehälter, gemeinsame
Qualifikationsstandards und gesundheitserhaltende Arbeitsbedingungen
zu garantieren. Nur so können Sicherheitsstandards für Passagiere und
Beschäftigte eingehalten, dem demographischen Wandel in den
Bodenverkehrsdiensten Rechnung getragen sowie Dauerkonflikte in
dieser Branche vermieden werden.

"Die Beschäftigten in den Bodenverkehrsdiensten leisten täglich harte
und sicherheitsrelevante Arbeit im Schichtdienst, in einem
risikoreichen Umfeld, dennoch wird ihre Arbeit nicht angemessen
entlohnt. Es muss sehr stark nachgebessert werden, beim Gehalt und
bei den Arbeitsbedingungen", so Behle weiter. Arbeitsverdichtungen
und Arbeitsbelastungen hätten in den vergangenen Jahren durch
gestiegenes Fluggastaufkommen erheblich zugenommen. Ein großer Teil
der Beschäftigten in den Bodenverkehrsunternehmen erhalte zudem nur
Arbeitsverträge in Teilzeitbeschäftigung, sodass das Gehalt kaum
ausreiche, den Lebensunterhalt zu finanzieren.
Das betreffe die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste an allen
genannten Flughäfen, an denen mit jeweils anderen Arbeitgebern
regional verhandelt werde. Im Zentrum der Verhandlungen stehen
überall dringend notwendige Einkommenserhöhungen.

Weitere Informationen: www.verdi-airport.de

Für Rückfragen: Bundesweit: Katharina Wesenick, 0175 / 26 05 70 1
Berlin: Enrico Rümker, ver.di-Verhandlungsführer, 0171 / 33 83 28 8
Stuttgart: Andreas Schackert 0160 / 98 12 94 55

Pressekontakt:
V.i.S.d.P.:

Martina Sönnichsen
ver.di-Bundesvorstand
Paula-Thiede-Ufer 10
10179 Berlin

Tel.: 030/6956-1011 und -1012
Fax: 030/6956-3001

e-mail:

----------------------------------------------------------------
Sollten Sie keine Pressemitteilungen der Vereinten
Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) erhalten wollen,
senden Sie bitte eine E-Mail an