Die Tarifverhandlungen bei der Flughafentochter SGS sind heute ergebnislos vertagt worden. ver.di wird die Mitglieder bei den Bodenverkehrsdiensten am Stuttgarter Flughafen über das weitere Vorgehen im Tarifkonflikt befragen.

Katharina Wesenick, ver.di-Verhandlungsführerin: „Wenn die Arbeitgeber genauso viel Engagement in die bessere Bezahlung ihrer Beschäftigten wie in die Organisation des systematischen Unterlaufens von potentiellen Streiks stecken würden, wäre heute sicher ein Abschluss möglich gewesen. Offenkundig fehlt noch immer die Einsicht, dass ein Unternehmen, das Millionengewinne macht keine Armutslöhne zahlen darf.“

ver.di hatte die letzten drei Wochen bewusst auf weitere Streiks verzichtet, um der Flughafentochter sowie ihren Haupteignern Stadt Stuttgart und Land Baden-Württemberg damit weitere Bedenkzeit zu geben. Die SGS war aber nur zu „geringfügigen Verbesserungen“ des bisherigen Angebots bereit. Zwar sind bei der Laufzeit beide Seiten aufeinander zugegangen. Nach zwei Jahren stünden aber weiterhin Stundenlöhne, die nicht einmal einen Euro über dem heutigen Stand liegen. ver.di hat zwei Euro mehr gefordert. Das aktuelle Angebot umfasst 55 Cent in allen Entgeltgruppen für 2017 und eine prozentuale Erhöhung für 2018, die in der untersten Entgeltgruppe 31 Cent ausmacht. Zusätzlich wird eine Einmalzahlung von 700 Euro für 2017 angeboten, die jedoch nicht tabellenwirksam ist.

Markus Felger, Mitglied der ver.di Tarifkommission, begründet die ablehnende Haltung der Tarifkommission: „Dieses Angebot bedeutet für viele der unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten kaum mehr als 60 oder 70 Euro im Monat. Das reicht gerade mal für eine Tankfüllung, die Einmalzahlung reicht nicht mal für eine Monatsmiete in Stuttgart. Wir wollen darum von den Mitgliedern selbst hören, wie sie das Angebot bewerten.“

„Das Land und die Stadt Stuttgarts als die Hauptanteilseigener müssen ihrer Verantwortung für die Beschäftigten gerecht werden“, so Andreas Schackert, ver.di Landesfachbereichsleiter Verkehr. „Es ist untragbar dass Kolleginnen und Kollegen in einem Unternehmen der öffentlichen Hand trotz Vollzeitarbeit auf Nebenjobs angewiesen sind, um Miete und Lebenshaltungskosten zu finanzieren.“


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